Sportwetten im Wandel der Zeit

Die Geschichte des Wettens

Wetten gibt es sicherlich schon so lange, wie es Menschen gibt. Wer kenn es nicht: Da sind wir uns so sicher, dass das letzte Album der Beatles 1969 herausgekommen ist! Doch unser Kumpel hält dagegen und ist sich seinerseits sicher, dass „Let It Be“ 1970 erschienen ist. Also wird gewettet: Meistens um die Ehre, um ein Bier oder etwas anderes eher Unwichtiges. Wichtig ist nämlich in so einem Fall weniger der Gewinn, als die Tatsache, Recht gehabt zu haben. In unserem Beispiel haben wir die Wette verloren – denn die Beatles veröffentlichten tatsächlich 1970 das letzte Album. Interessanter, weil unberechenbarer, wird es bei Sportwetten. Die erste Sportwette, die tatsächlich nachgewiesen werden konnte, wurde im Jahr 676 vor Christus getätigt, im Rahmen der 23. Olympischen Spiele. Später übernahmen die Römer diese Art zu Wetten in ihrem Circus Maximus, hier konnte auf einzelne Gladiatoren, Tiere oder was auch immer gewettet werden. Mit dem Untergang des Römischen Reiches verlor die Sportwette aber wieder an Bedeutung, im Mittelalter wurde höchstens im privaten Rahmen auf den Ausgang von Ritterturnieren gewettet.

Großbritannien: Die Wiege der modernen Sportwetten

Erst im 18. Jahrhundert erlebten Sportwetten einen riesigen Aufschwung. Den Anfang machte Großbritannien. Damals wurden die ersten Buchmacher gegründet, die es bis zum heutigen Tag geschafft haben, das Geschäft am Leben zu erhalten. Ein Beispiel hierfür ist Ladbrokes, der auch heute noch zu den ganz großen im Wettgeschäft gehört. Bei Pferderennen wurden die Einsätze der Wetter dazu genutzt, die Veranstaltung selbst zu finanzieren. Verstärkt wurde der Boom der Pferdewetten dadurch, dass die Pferdewirtschaft in allen Bereichen des gesellschaftlichen und militärischen Lebens auf dem Vormarsch befand. Ab den 1920er Jahren wurde Fußball dann bei den Sportwettern immer populärer. 1921 wurde in England das „Toto“ eingeführt, ab 1960 wurde das Glücksspiel in Großbritannien Stück für Stück legalisiert, so dass sich immer mehr begeisterte Spieler fanden.

Vom Wettbüro übers Telefon zum Internet

Die ersten Sportwetten in der modernen Zeit wurde bei Wettbüros abgegeben. Buchmacher unterhielten diese Büros, die sich immer mehr zu beliebten Treffpunkten entwickelten und so, ähnlich wie Pubs und Kneipen, schon bald vor allem in England zum allgemeinen Straßenbild gehörten. Hier traf man sich, unterhielt sich und setzte Geld auf die Ergebnisse von Sportereignissen, wie Fußballspielen. Der Buchmacher berechnete dafür eine Quote – entweder der Spieler verlor seinen Einsatz, oder bekam diesen multipliziert die Quote wieder zurück. Das Prinzip hat sich im Laufe der Zeit nicht geändert, nur die Wege der Wettabgabe passten sich den Gegebenheiten an. Um Wetten abzugeben gab es im Laufe der Zeit verschiedene Möglichkeiten:

    • Sportstätte
    • Wettbüros
    • Telefon
    • Post
    • Fax
    • Internet
    • Smartphone/Tablet
        Wie wir dieser Aufstellung entnehmen können, sind die Sportwetten Fans heutzutage nicht mehr darauf angewiesen, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein, sondern können auch von unterwegs aus, quasi von jedem Punkt der Erde, ihre Wetten abgeben. Das hat Vor- und Nachteile.

Vor- und Nachteile des Wandels

Früher war es üblich, bei gesellschaftlichen Anlässen wie einem Pferderennen seiner Wettlust zu frönen. Das Wetten nahm dabei selbst einen eher sportlichen Charakter an, der Spaß und die Spannung standen im Vordergrund. Später wurden Wettbüros ebenfalls zum Sammelort Gleichgesinnter, die sich untereinander austauschen konnten, miteinander Zeit verbrachten. Doch durch das Internet beobachten wir, freilich nicht nur im Bereich der Sportwetten, eine zunehmende Vereinsamung und Desozialisierung. Im Extremfall führt dies zu Spielsucht. Natürlich kann auch jemand spielsüchtig werden, der sich in Gesellschaft befindet, doch die größere Gefahr geht vom Internet aus, da sich der Sportwetter meist alleine vor dem Bildschirm oder dem Smartphone aufhält. Daher sollte jeder Spieler darauf achten, sich nicht in diese Falle zu begeben und aus dem schönen Hobby Sportwetten keine Krankheit werden lassen.
Natürlich überwiegen am Ende die Vorteile. Das Wettereignis an sich ist wesentlich transparenter geworden, durch das Zusammenspiel der modernen Medien kann der Sportwetter nicht nur zuhause die Wette tätigen, sondern das Sportereignis meistens vor dem selben Gerät genießen und verfolgen, wobei die sogenannte Livewette eine immer wichtigere Funktion übernimmt. Hier überwiegt die Intuition, der Spaßfaktor. Kleine Beträge werden mit größeren Risiko gesetzt, der Nervenkitzel, ob das gewettete Ereignis eintreffen wird oder nicht ist groß.

Foto:shutterstockStockfoto-ID: 586517120

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